Bericht

Ein kleiner Schritt in die große Freiheit

2023

Ostbelgien.- Gute Nachrichten für ostbelgische Jugendliche, die den Schritt in die Eigenständigkeit wagen wollen: Jugendinfo, das Streetwork-Team und die Verbraucherschutzzentrale VoG. stellen einen umfassenden Werkzeugkasten zur Verfügung, der Jugendlichen helfen soll, sich von zu Hause zu lösen und erfolgreich auf eigenen Beinen zu stehen. Dieser innovative Ansatz der in der Jugendberatung und -Förderung tätigen Vereinigungen bietet eine breite Palette an Ressourcen und Informationen, um den Übergang vom Elternhaus in ein eigenständiges Leben zu erleichtern.

Immer mehr Jugendliche und junge Menschen lösen sich frühzeitig vom Elternhaus und wollen in eine eigene Wohnung ziehen.

Administrativer Hürdenlauf

Der Schrift in die „Erwachsenenwelt“ fällt den meisten jedoch nicht leicht und es stellen sich viele Fragen: Welche Versicherungen brauche ich? Wie werden die Nebenkosten abgerechnet? Welche Behördengänge sind am Anfang unumgänglich? Was muss ich bei einem Bankkredit beachten? Eigentlich geht das Projekt auf einen Flyer der Verbraucherschutzzentrale zurück, wie sich der VSZ-Leiter Bernd Lorch erinnert: „Wir hatten schon vor Jahren einen Flyer mit dem bezeichnenden Titel „Alleinleben leicht gemacht“ angeboten, der aber aufgrund der veränderten rechtlichen und gesellschaftlichen Situation veraltet war und dringend überarbeitet werden musste.

Synergien

Im Oktober letzten Jahres reifte dann die Idee, gemeinsam mit den Partnern der Jugendinfos und des Streetwork-Teams etwas Gemeinsames zu erstellen, um interessierten Jugendlichen ein möglichst breites Spektrum an Informationen zur Verfügung zu stellen“. Nach einem ausführlichen Brainstorming wurden insgesamt zehn Kernthemen festgelegt. „Wir haben uns darauf geeinigt zu jedem dieser brennenden Themen einen eigenen Flyer zu erstellen und alle zehn Flyer dann in einer Art „Werkzeugkoffer für die Eigenständigkeit“ zusammenzufassen“.

Orientierungshilfen

Das Ziel ist es, den Jugendlichen beim Auszug aus dem Elternhaus gezielte Orientierungshilfen an die Hand zu geben. Die Mappe enthält die Themenflyer „Kohle sparen & ausgeben“, „Banken & Konten“, „Unterstützung bei selbständigem Wohnen“, „Endlich ausziehen!“, „Endlich 18: was sich mit der Volljährigkeit ändert“, „Schon gewusst? ASL, Info-Integration, VSZ,…“, „Strom, Wasser & Heizung“, „Versicherungen und Krankenkasse“, „Arbeitsvertrag“ und „Wichtige Anlaufstellen: Arbeitsamt, Gemeinde, ÖSHZ,…“ „Als so genannte Multiplikatoren wollen wir vor allem die Eltern und auch die Lehrer ansprechen und mit ins Boot holen“, so Bernd Lorch weiter. Mitte August startet eine groß angelegte Werbekampagne, für September sind Veranstaltungen in ostbelgischen Schulen geplant, bei denen die Jugendlichen über die Themen informiert und ihnen der Werkzeugkoffer im Detail vorgestellt wird.

Allgemein und spezifisch

„In Gesprächen mit der Volkshochschule, dem Lehrerkollegium, aber auch mit Eltern und Streetworkern wurde der Handlungsbedarf für eine solch gebündelte Information deutlich. Uns war es wichtig, neben der allgemeinen Informationen auch spezifische Fragen zu beantworten, die sich zum Teil aus der sozialen Situation und der Herkunft ergeben“. Der Bürgerfonds will Jugendliche für ihr Konsumverhalten sensibilisieren und ihnen die Möglichkeit geben, Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen. „Auch das ist eine gewisse Form der Nachhaltigkeit und ein wichtiger Beitrag zur Veränderung der Gesellschaft, in der wir leben. Deshalb waren die Verantwortlichen des Bürgerfonds und der König-Baudouin-Stiftung, allen voran Freddy Genten, von Anfang an von dem Projekt begeistert“, bestätigt Bernd Lorch.

Social Media

Die Jugendinfos, Streetwork und die Verbraucherschutzzentrale waren für die Ausarbeitung der einzelnen Themen verantwortlich, wobei die Jugendinfos und die VSZ diese im Frühjahr finalisierten. Die Jugendinfos übernahmen die graphische Gestaltung und die VSZ erarbeitete ein schlüssiges PR-Konzept, das auch gezielt Social Media wie Instagram, Facebook und Twitter mit kleinen, professionell gestalteten Videoclips einsetzt. „Wir wollen das Eisen schmieden, solange es heiß ist, so dass der Schwerpunkt des Projektes bis zum Herbst auf der Moderation und Präsentation liegt. Danach geht das Projekt nahtlos in das Portfolio der drei synergetisch arbeitenden Organisationen über, die sich aber darauf verständigt haben, die Themen regelmäßig anzupassen und auf Aktualität und Richtigkeit zu überprüfen“, verspricht Bernd Lorch weiter.

Toolbox der Zukunft

Der Bürgerfonds der König-Baudouin-Stiftung übernimmt sämtliche Druckkosten des Projekts, während das Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft im Rahmen des Jugendstrategieplans sämtliche Sachkosten der PR-Kampagne trägt.

„Gemeinsam mit der Jugendinfo und dem Streetwork-Team möchten wir den interessierten Jugendlichen ein möglichst breites Spektrum an Informationen über die Eigenständigkeit zur Verfügung stellen und haben einen Flyer pro Themenbereich erstellen und alle zehn Flyer dann in einer Art „Werkzeugkoffer für die Eigenständigkeit“ zusammengefasst“
Bernd Lorch
Geschäftsführer der VoG Verbraucherschutzzentrale

Die Initiative ist eine direkte Antwort auf die Bedürfnisse der Jugendlichen, die oft mit Unsicherheiten und Fragen konfrontiert sind, wenn es darum geht, auf eigenen Füßen zu stehen. Die Toolbox soll ihnen das Selbstvertrauen und die Kompetenzen vermitteln, die sie brauchen, um diese Herausforderungen zu meistern und ein unabhängiges und erfülltes Leben zu führen. Die Flyer wurden von lokalen Fachleuten und Experten entwickelt, um sicherzustellen, dass die Informationen aktuell, fundiert und relevant sind. Mit diesem wegweisenden Werkzeugkasten werden Jugendliche in Ostbelgien dabei unterstützt, den Übergang ins Erwachsenenleben erfolgreich zu meistern. Es wird erwartet, dass diese Initiative positiv auf die Lebensqualität und die Zukunftschancen der Jugendlichen auswirkt.

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